"Kohlenkirche" im Januar 2018


Der Wasserturm - Ende einer Landmarke - Was ist mit der Indentität?


Erbaut 1901-02 waren der Wasserturm und das danebenstehende Pumpenhaus die wohl ältesten Bauwerke auf dem Gelände des Georgschachtes. Wer hätte gedacht, dass die bekannte Landmarke am Ende nach 118 Jahre dem Abrisskran zum Opfer fallen würde.  Verlässlich sicherte der Turm die Wasserversorgung wärend der Zeit des Kohleabbaus am Georgschacht. Nach dem Ende des Bergbaus in der schaumburger Region Anfang der 1960 er Jahre war er ungenutzt, wurde jedoch in den 70 ern wild umbaut und bis ins Jahr 2017 bewohnt. Geld für Sanierungsmaßnahmen war in den Jahrzehnten nicht vorhanden, so schritt  der Verfall unverhohlen fort und führte am Ende dazu, dass der Turm im Januar 2018 dem Erdboden gleich gemacht wurde.

 

Viele Schaumburger, und nicht nur die in die Jahre Gekommenen, die den Georgschacht noch als Arbeitgeber kannten waren empört, dass nicht mehr seitens der Stadt getan wurde, das Baudenkmal, welches es doch war (auch wenn kein offizieller Denkmalschutz bestand) zu retten anstatt abzureißen.

 

Ein Stück Stadthäger Indentität geht verloren, schließlich war es der Bergbau, der die Region stark machte und viele Mäuler stopfte.

Stimmen, vor allem in den sozialen Netzwerken wurden laut, dass es vor 20 Jahren auch niemanden interessiert hätte, welche Gebäude auf dem Gelände "plattgemacht" wurden.

Das mag natürlich zutreffen, aber das war schließlich vor 20 Jahren. Jetzt und hier gibt es Interessierte Mitbürger dieser Stadt, es gibt eine Lobby, die Zeiten haben sich schließlich auch geändert. Industrielook, Urbanität, Retroismus, Altes wird zunehmend Kult und damit auch Kultur.

Wir von der Industriekultur hätten uns sehr gewünscht man hätte eine Möglichkeit gefunden den Turm für die Nachwelt zuerhalten. Der Wasserturm gehörte zu Stadthagens Indentität wie auch die Weserrenaissance Teil dieser Stadt ist.

Dieses Areal hinten am westlichen Rand der Stadt darf nicht weiter missachtet werden, wir Stadthäger haben dort nach wie vor ganz besondere einmalige Zeitzeugen stehen, die es wert sind in den Fokus zu rücken und unserer Stadt ein echtes Alleinstellungsmerkmal ermöglichen könnten.

Allen voran das alte Zechenhaus mit anschließender Waschkaue, im Volksmund auch liebevoll "Kohlenkirche" genannt.

 

 

Bilder vom Abriss

Video: Georgschacht von oben


Der Glanz alter Zeiten...


Die Industrie spielte in Schaumburg bis in die 1960 er Jahre eine prägende Rolle. Der Kohleabbau beschäftige über Jahrzehnte viele Menschen. Mit dem Ende der Preussag, kam auch das Ende der einst so architektonisch schmuckvollen Gebäude. Vieles geriet in Vergessenheit und mit den Jahren wurden viele der damals eindruckvollen Zeitzeugen abgerissen oder es wuchs sprichwörtlich Gras darüber.

Industrie ist auch ein Stück Kultur, das es verdient bewahrt zu werden um späteren Generationen ein wertvolles Stück Geschichte erzählen zu können. "Industriekultur Schaumburg" hat es sich daher zur Aufgabe gemacht Vergessenes wieder ans Tageslicht zu bringen und die Geschichte der Industrieblütezeit  lebendig zu halten.



Geschichte zum Anfassen -  Industrie im Modell

Industriegeschichte im Modell zeigt der MEC Stadthagen (Modelleisenbahnclub Stadthagen), der es sich zur Aufgabe gemacht hat wichtige bauliche  Errungenschaften der damaligen Industrie Schaumburgs im Maßstab 1:87 darzustellen.

Der MEC Stadthagen ist seit 2014 im "Alten Umspannwerk" am Georgschacht ansässig. Mehr Informationen zum Verein und seinen Modellen  gibt es hier.

Industriepfad

Die Route der Industriekultur  ist eine touristische Themenstraße mit interessanten Industriedenkmälern in Schaumburg. Wollen Sie die letzten Zeitzeugen schaumburger Industriegeschichte mit eigenen Augen sehen? Dann wandeln Sie auf dem Industriepfad.